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Niederbauen - Emmetten

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:46.9468°N, 8.5364°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

Niederbauen Startplatz

Start
Höhe1590m ü. M.
Koord.46.9468, 8.5364
WindNW
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Niederbauen Landeplatz 1

Landung
Höhe788m ü. M.
Koord.46.9579, 8.5164
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Niederbauen Landeplatz 2

Landung
Höhe760m ü. M.
Koord.46.9555, 8.5203
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Blaue Spiegel: Ein Umfassendes Kompendium zum Fluggebiet Niederbauen - Emmetten

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Die Essenz der Zentralschweiz

Wenn man in den einschlägigen Datenbanken des DHV oder anderer Flugverbände nach "Niederbauen" sucht, findet man oft nur die nackten Zahlen: Startplatz auf 1.590 Metern, Landeplatz auf 760 Metern, Ausrichtung Nord-Nordwest. Diese Daten sind korrekt, aber sie sind seelenlos. Sie erzählen nichts von dem Moment, wenn an einem späten Juniabend die Luft über dem Vierwaldstättersee zur Ruhe kommt und sich in ein laminares, tragendes Fluidum verwandelt, das Piloten bis zum Sonnenuntergang sanft in der Höhe hält. Sie warnen nicht eindringlich genug vor der tückischen Falle des Landeplatzes an der Talstation, und sie erklären nicht die diplomatische Notwendigkeit, die Wildruhezonen mit religiösem Eifer zu respektieren.

Dieser Bericht ist kein einfacher Guide. Er ist eine Monografie über eines der ästhetischsten und meteorologisch interessantesten Fluggebiete des Alpenraums. Geschrieben aus der Perspektive eines Piloten, der nicht nur die Thermik sucht, sondern das Verständnis für die unsichtbaren Strömungen, die dieses Amphitheater aus Fels und Wasser beherrschen. Wir befinden uns hier im Kanton Nidwalden, im Herzen der Schweiz, auf einer Terrasse, die wie für den Gleitschirmsport geschaffen wurde. Der Niederbauen ist mehr als ein "Abgleiter-Berg"; er ist eine Schule der Meteorologie, ein Testfeld für Präzisionslandungen und, für den Kenner, ein Tor zu komplexen Streckenflügen über tiefblauem Wasser.

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Geografischer Kontext und Topografie

Der Niederbauen-Chulm (1.923 m) ist der markante Kopf einer Bergkette, die sich west-östlich erstreckt und das Engelbergertal vom Vierwaldstättersee trennt. Diese geografische Lage ist der Schlüssel zu allem, was hier fliegerisch passiert.

Die Barriere: Nach Süden hin schirmt der massive Uri Rotstock und die Voralpenkette das Gebiet teilweise vom Föhn ab – doch dazu später mehr, denn dieser Schutz ist trügerisch.

Der Balkon: Nach Norden fällt das Gelände steil, teils felsdurchsetzt, zum See hin ab. Emmetten selbst liegt auf einer Hochebene, einer Terrasse auf ca. 770 Metern, die wie ein Balkon über dem See thront.

Der Wärmespeicher: Der Vierwaldstättersee ist nicht nur Kulisse. Er ist ein gigantischer thermischer Speicher. Seine Wassermasse (434 m ü. M.) moderiert das Mikroklima, verzögert die Abkühlung am Abend und ist der Motor für die berühmte "Magic Air".

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Zielgruppe und Pilotenprofil

Für wen ist dieser Berg? Die Antwort ist komplexer als "für alle".

Der Genussflieger: Für ihn ist Niederbauen der Olymp. Der Startplatz ist riesig, die Aussicht auf Rigi, Pilatus und Mythen unvergleichlich.

Der Hike & Fly Purist: Der Aufstieg zum Chulm bietet sportliche 45-60 Minuten und belohnt mit einem Startplatz fernab des Trubels der Bahnfahrer.

Der Taktiker: An Tagen, an denen die Hochalpen "zu" sind oder der Talwind in Interlaken oder Fiesch zu stark bläst, bietet Niederbauen oft noch fliegbare Bedingungen.

Der Anfänger: Ja, es ist schulungstauglich, aber die Landeeinteilung am "Berggrind" verzeiht keine groben Fehler in der Höhe oder Positionierung.

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Infrastruktur und Logistik: Die Basisstation

Eine erfolgreiche Flugmission beginnt lange vor dem Startcheck – sie beginnt mit der Logistik am Boden. Emmetten ist ein Dorf, das den Gleitschirmtourismus lebt, aber auch klare Grenzen zieht.

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Anreise und die Parkplatz-Strategie

Emmetten ist über die A2 (Ausfahrt Beckenried/Emmetten) schnell erreichbar. Doch die Idylle täuscht über die logistischen Engpässe an Spitzen-Wochenenden hinweg.

Das Auto: Die Primär-Parkplätze befinden sich an der Talstation der Luftseilbahn Niederbauen (Seelisbergstrasse 1). Diese sind gebührenpflichtig.  

Experten-Tipp: An "Hammertagen" ist dieser Parkplatz oft schon um 09:30 Uhr voll. Es gibt Ausweichparkplätze beim Schulhaus oder in der Nähe der Bushaltestelle "Emmetten, Post".

Warnung: Parken Sie niemals wild auf Wiesen oder privaten Zufahrten. Die Bauern der Alpgenossenschaft sind Partner der Flieger, aber dieses Verhältnis ist fragil. Falschparker gefährden die Pachtverträge für den Landeplatz. Nutzen Sie Apps wie EasyPark oder ParkingPay, um Kleingeld-Stress zu vermeiden.  

Öffentlicher Verkehr (ÖV): Die Schweiz ist das Land des ÖV. Das PostAuto (Linie ab Stans oder Beckenried) hält fast vor der Tür der Seilbahn. Für Streckenflieger, die eventuell in Buochs, Beckenried oder gar auf der anderen Seeseite (nach einer Rigi-Querung und Zugrückreise) landen, ist der ÖV oft die entspanntere Wahl. Man spart sich den Rückhol-Stress zum Auto.

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Die Lebensader: Luftseilbahn Niederbauen

Die kleine, blaue Pendelbahn ist der Herzschlag des Fluggebiets. Es handelt sich um ein System mit zwei Kabinen, die im Pendelbetrieb fahren.

Kapazität: 8 Personen pro Kabine. Das klingt wenig, und das ist es auch. An Tagen mit perfektem Flugwetter bilden sich Schlangen. Die Taktung ist jedoch hoch.

Betriebszeiten: Standardmäßig läuft die Bahn von 07:00 bis 18:00 oder 19:00 Uhr, abhängig von der Saison (Winter vs. Sommer).

Das Goldene Ticket - Abendfahrten: Im Sommer, typischerweise an Donnerstagen, bietet die Bahn oft einen Abendbetrieb bis 22:00 Uhr an. Dies ist der heilige Gral für Piloten, die die "Magic Air" bis zur letzten Minute auskosten wollen. Prüfen Sie unbedingt den aktuellen Fahrplan auf niederbauen.ch, da sich diese Zeiten ändern können.  

Kosten: Eine Einzelfahrt kostet für Piloten ca. CHF 15.00 - 18.00. Es gibt Tageskarten und 10er-Abos, die sich für Vielflieger lohnen.

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Unterkunft: Schlafen am Startplatz

Wer den Sonnenaufgang über den Mythen erleben will, bevor die erste Bahn Touristen bringt, sollte im Berggasthaus Niederbauen übernachten.

Lage: Direkt an der Bergstation auf 1.575 m.

Optionen: Vom Mehrbettzimmer (ca. CHF 79.- inkl. Frühstück) bis zur "Bergsuite" (ca. CHF 125.-). Die Preise sind moderat für Schweizer Verhältnisse, und das Frühstück mit Blick auf den See ist unbezahlbar.  

Camping: Emmetten selbst verfügt über keinen offiziellen Campingplatz für Wohnmobile direkt an der Bahn. Wildcampen am Landeplatz wird nicht toleriert. Die Empfehlung für Camper: Nutzen Sie die Plätze in Buochs (direkt am See/Flugplatz) oder Vitznau (Seeseite gegenüber) und pendeln Sie.

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Meteorologie und Aerologie: Die Mechanik der "Magic Air"

Der Ruf von Niederbauen als eines der schönsten Abendfluggebiete der Welt ist nicht bloß Marketing. Er basiert auf physikalischen Prinzipien, die hier in perfekter Harmonie zusammenwirken. Das Verständnis dieser Aerologie unterscheidet den Piloten, der 15 Minuten abgleitet, von dem, der zwei Stunden im laminaren Aufwind "bootet".

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Das Phänomen der Abendthermik (Restitution)

Während an den meisten Ost- oder Südbergen die Thermik am späten Nachmittag zusammenbricht, erwacht der Niederbauen dann erst richtig zum Leben.

Die Zutaten: Man nehme einen nach Nord-Nordwest ausgerichteten, steilen Wald- und Felsrücken und platziere ihn über einem riesigen Wasserkörper.

Der Prozess:

Sonneneinstrahlung: Durch die NW-Ausrichtung steht die Sonne im Sommer bis spät am Abend (20:00 - 21:00 Uhr) fast senkrecht auf den oberen Hängen und Felswänden des Niederbauen. Diese speichern Energie, während die Täler im Osten bereits im Schatten liegen.

Der See-Effekt: Der Vierwaldstättersee hat über den Tag hinweg Wärme gespeichert. Wasser hat eine viel höhere Wärmekapazität als Land. Wenn die Lufttemperatur im Tal am Abend sinkt, bleibt die Wasseroberfläche relativ warm.

Die Synthese: Diese Temperaturdifferenz, gepaart mit der noch aktiven Einstrahlung auf die oberen Hänge, erzeugt kein punktuelles Steigen (Blasen), sondern ein großflächiges, sanftes Heben der Luftmasse. Die Luft "kocht" nicht, sie "atmet" nach oben.

Das Ergebnis: Ein Aufwindband, das oft hunderte Meter auf den See hinausreicht. Es ist ruhig, fast laminar, und ermöglicht Steigen von 0,5 bis 1,0 m/s über ein riesiges Areal. Man muss nicht kurbeln; man "parkt" einfach im Raum.

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Die Bise (Nordostwind)

Die Bise ist ein kalter, trockener Wind aus Kontinentaleuropa, der durch das Schweizer Mittelland kanalisiert wird.

Der Freund: Niederbauen liegt perfekt quer zur Bisenströmung. Eine leichte bis mäßige Bise (10-20 km/h) trifft frontal auf den Grat und erzeugt hervorragenden dynamischen Aufwind (Soaring). Man kann stundenlang an der Kante "polieren".

Der Feind: Bise bringt oft eine Inversion ("Deckel") mit sich. Die kalte Luft schiebt sich unter die wärmere Höhenluft. Das Resultat ist oft Hochnebel oder eine dichte Wolkendecke, die genau auf Startplatzhöhe klebt. Ein Blick auf die Webcams ist bei Bisenprognose Pflicht: Ist der Grat frei, oder steckt er im "Gugus" (Nebel)?.

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Die Föhn-Gefahr

Hier wird es ernst. Der Föhn (Südwind) ist in den Nordalpen gefürchtet, und Niederbauen ist trotz seiner scheinbar geschützten Lage keine Ausnahme.

Die Täuschung: Da der Uri Rotstock und die Titlis-Kette im Süden liegen, spürt man am Startplatz Niederbauen den Föhn oft nicht direkt. Es kann windstill sein oder sogar ein leichter Nordwind (Ansaugeffekt) wehen.

Die Realität: Über Gratniveau tobt der Sturm. Wenn Sie starten und etwas Höhe gewinnen oder Richtung Seemitte fliegen, können Sie abrupt in die Scherungsschicht geraten. Die Turbulenzen sind dort extrem ("Waschmaschine").

Warnzeichen:

Druckdifferenz Zürich-Lugano > 4 hPa.

Lenticularis-Wolken (Föhnfische) am Himmel.

"Schaumkronen" auf dem Urnersee, die nach Norden wandern.

Wenn der Föhn bis zum Boden durchbricht, steigen die Temperaturen in Altdorf sprunghaft an. Fliegen Sie nicht, wenn Föhntendenz besteht.

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Die Startplätze: Von der Wiese bis zum Felsgrat

Das Gebiet bietet verschiedene Startoptionen, die je nach Windrichtung und körperlicher Fitness gewählt werden sollten.

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Der Hauptstartplatz (Niederbauen NW/N)

Dies ist der Ort, an dem 90% aller Flüge beginnen.

Lage: Östlich der Bergstation, nur wenige Schritte entfernt.

Charakter: Eine weite, kupierte Almwiese. Sie ist groß genug, dass – wie Berichte sagen – schon Weltrekorde mit über 270 gleichzeitigen Starts hier stattfanden.  

Technik: Der Start ist einfach, aber man sollte die Neigung nicht unterschätzen. Es wird schnell steil.

Windfenster: Ideal bei Nord, Nordwest und Nordost (Bise).

Gefahren: Im Winter, nach Neuschnee, ist dieser Hang lawinengefährdet. Oft wird dann ein flacheres Stück weiter östlich genutzt. Achten Sie auf Lawinenbulletins!.

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Die "Alpinen" Starts (SW & SO)

Wenn der Wind nicht aus der Standardrichtung kommt:

SW-Start: Direkt neben dem obersten Liftmasten der Seilbahn.

Anforderung: Hier ist das Gelände steiler und man startet quasi direkt in den Abgrund neben der Bahn. Nach dem Abheben muss man sofort entlang der Hangkante fliegen. Nichts für Aufziehübungen.  

SO-Start: In der Nähe des Skilift-Umlenkrades.

Taktik: Bei Südostwind startet man hier in Richtung Talhintergrund. Der kritische Punkt: Man muss nach dem Start rechtzeitig nach rechts (Richtung See/West) abdrehen, um um die Kante zu kommen und im Lee des Grates nicht abzusaufen. Nur für Piloten, die ihren Schirm auch bei Seitenwind sicher beherrschen.

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Niederbauen Chulm (Hike & Fly)

Für diejenigen, die sich ihren Flug verdienen wollen.

Der Aufstieg: Ein gut markierter Wanderweg führt von der Bergstation in ca. 45-60 Minuten zum Gipfel (Chulm).

Höhe: Start auf ca. 1.794 m.

Vorteil: Man startet fast 200 Meter höher als die Bahnfahrer. Das erleichtert den Einstieg in die Thermik und die Querung zum Oberbauen immens.

Die "Orange Zone" - Überlebenswichtig: Der Bereich um den Chulm ist teilweise Wildruhezone.

Regel 1: Beachten Sie die Tafel am Aufstieg. Steht dort "Geschlossen", ist der Start verboten. Punkt.

Regel 2: Wenn offen, müssen Sie die orange markierten Zonen auf der Karte meiden bzw. mit mindestens 100m AGL (Above Ground Level) überfliegen. Das bedeutet oft: Starten und sofort vom Hang wegfliegen. Kein tiefes Kratzen am Fels, um Gämsen zu erschrecken. Verstöße gefährden die Lizenz für das gesamte Gebiet.

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Flugtaktik und Streckenflug (XC)

Niederbauen wird oft als "Abendfluggebiet" unterschätzt. Dabei ist es ein exzellenter Ausgangspunkt für Streckenflüge, wenn man die Taktik kennt.

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Der "Hausbart" und das Soaring

Der klassische Einstieg ("Hausbart") steht oft nicht direkt vor dem Startplatz, sondern etwas westlich beim Hundschopf (markante Felsnase) oder östlich Richtung Stockhütte.

Soaring-Taktik: Bei Bise fliegt man nach rechts (Osten) Richtung Risetenstock. Die Kante trägt zuverlässig. Achten Sie auf die Materialseilbahnen am "Hammen" (Hügelzug südlich des Dorfes) und die Kabel der Niederbauenbahn selbst.

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Die Rigi-Querung: Der Sprung über das Wasser

Dies ist der Klassiker für fortgeschrittene Piloten. Das Ziel: Vom Niederbauen über den See zur Rigi (Königin der Berge).

Die Herausforderung: Es sind ca. 4-5 km offenes Wasser ohne Landemöglichkeit.

Taktik:

Starten Sie früh (ca. 13:00 - 14:00 Uhr), wenn die Thermik am Niederbauen/Oberbauen stark genug ist.

Gewinnen Sie Höhe. Basishöhe oder mindestens 1.800 - 2.000 m sind empfohlen.

Der Kurs: Zielen Sie auf die Rigi Hochflue oder den Urmiberg. Diese Südflanken heizen sich gut auf und empfangen Sie (hoffentlich) mit Thermik.

Psychologie: Wasser schluckt die Höhenwahrnehmung. Es sieht immer weiter aus, als es ist. Vertrauen Sie Ihrem Gleitwinkel.

Rückweg: Der Rückweg ist oft schwieriger, da am Nachmittag der Talwind (oft West oder Nord) zunimmt und man gegen den Wind zurück zum Niederbauen muss. Viele Piloten landen in Brunnen oder Arth-Goldau und nehmen den Zug.

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Richtung Hochalpen: Uri Rotstock

Der Flug nach Süden/Südosten führt in hochalpines Gelände.

Route: Niederbauen -> Oberbauen -> Schlieren -> Uri Rotstock.

Achtung: Sie nähern sich hier dem CTR Buochs und fliegen in wilderes Terrain. Der Uri Rotstock (fast 3.000 m) ist vergletschert und thermisch brachial. Talwindsysteme im Isenthal können sehr stark werden.

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Landung: Präzision ist Pflicht

Die Landevolte am Niederbauen ist der Ort, an dem sich die Geister scheiden – und an dem Bußgelder verteilt werden. Alte Informationen im Internet verweisen oft noch auf den Landeplatz "Schlüssel". Vergessen Sie das.

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Der Hauptlandeplatz "Berggrind"

Status: Dies ist der einzige offizielle, ganzjährig nutzbare Landeplatz für Gäste.  

Lage: Westlich des Schulsportplatzes. Orientierungspunkt ist das große Schulgebäude und der rote Tartanplatz.

Die Zone: Landen Sie auf der Wiese oberhalb des Lattenzauns.

Das Verbot: Die Wiese unterhalb des Zauns (der alte Landeplatz Schlüssel) ist gesperrt. Wer hier landet, riskiert Ärger mit dem Bauern.

Volte (Anflug):

Bei Westwind/Talwind (Normalfall): Linksvolte.

Bei Ostwind (Bise): Rechtsvolte.

Schwierigkeit: Der Landeplatz ist geneigt (am Hang). Man landet bergauf oder quer zum Hang. Das Flair-Timing muss sitzen. Wer zu spät bremst, fliegt in den Zaun; wer zu früh bremst, sackt durch.

Abbau: Falten Sie Ihren Schirm am vorgesehenen Faltplatz beim Weg/Schulhaus. Nicht mitten in der hohen Wiese!

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Die Falle: Landeplatz "Gruob" (Talstation)

Es gibt einen kleinen Landestreifen direkt unterhalb der Talstation.  

Warnung: Dieser Platz wird in alten Führern oft erwähnt, ist aber brandgefährlich.

Warum? Er liegt in einem "Loch", umgeben von Häusern und Geländekanten.

Der Effekt: Bei normalem Talwind (Westwind) entstehen hier starke Lee-Wirbel und Rotoren hinter den Gebäuden und Bäumen.

Empfehlung: Nutzen Sie diesen Platz nur im absoluten Notfall oder bei toter Luft im Winter. Für Normalpiloten gilt: Landen am Berggrind und die 10 Minuten zu Fuß zur Bahn gehen. Ein gebrochener Knöchel ist den kurzen Fußweg nicht wert.

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Wasserlandung

Da Sie oft über dem See fliegen:

Tragen Sie eine Schwimmweste, wenn Sie Manöver üben oder queren.

Es gibt kein permanentes Rettungsboot. Wenn Sie ins Wasser gehen, sind Sie auf die Seepolizei oder private Boote angewiesen. Das Wasser ist auch im Sommer kalt (Bergsee).

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CTR Buochs

Westlich von Emmetten liegt der Militärflugplatz Buochs.

Die Grenze: Die Kontrollzone (CTR) beginnt etwa dort, wo die Straße von Emmetten die erste Haarnadelkurve Richtung Beckenried macht.

Regel: Bleiben Sie östlich dieser Linie, sind Sie sicher. Fliegen Sie Richtung Beckenried Landeplatz oder Pilatus, fliegen Sie ein.

Aktivierung: Mo-Fr ist die CTR meist aktiv (HX - Aktivierung möglich). Prüfen Sie das DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland).

Funk: Einflug erfordert Flugfunk (119.620 MHz) und Freigabe. Ohne Funk: Finger weg!.

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Wildruhezonen (Orange Zones)

Das Thema Naturschutz ist in der Schweiz nicht verhandelbar.

Die Fakten: Die Zonen um den Chulm und die Nordhänge sind Rückzugsgebiete für Gämsen und Steinböcke.

Die Auflage: Mindestens 100m Abstand (vertikal und horizontal) zu den markierten Flächen.

Konsequenz: Ranger kontrollieren. Bußen sind teuer, und Wiederholungstäter riskieren, dass der Startplatz Chulm dauerhaft geschlossen wird. Studieren Sie den "Flyer Kulm" an der Bahnstation genau.

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Sicherheit und Gefahren: Was beißt

Neben Wind und Wetter gibt es spezifische Fallen:

Kabel der Alp Tritt: Eine Materialseilbahn führt von der Hütte "Alp Tritt" (Kreuz auf Felsvorsprung) ins Tal. Das Kabel ist dünn und vor dem dunklen Wald kaum sichtbar.

Regel: Fliegen Sie nicht unterhalb der Höhe des weißen Kreuzes in der Falllinie dieses Kabels.  

Hochspannungsleitung: Im Choltal (hinter dem Niederbauen) quert eine Hochspannungsleitung. Sie hängt hoch über dem Talboden und ist tückisch für XC-Piloten, die tief "basteln" müssen.  

Der "Deckel" bei Bise: Starten Sie nicht, wenn die Wolkenuntergrenze bereits den Chulm berührt. Sie könnten im Nebel die Orientierung verlieren ("White-out").

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Ausrüstungstipps

Schirm: Ein EN-A oder B Schirm ist ideal für den Genuss. High-Performance-Schirme (EN-C/D) sind nur für XC-Jäger nötig.

Gurtzeug: Ein Sitzbrett-Gurtzeug hilft beim präzisen Steuern in der Abendthermik. Für Hike & Fly zum Chulm ist ein leichtes Wende-Gurtzeug (z.B. Advance Easiness) perfekt.

Kleidung: Auch im Sommer wird es auf 1.800m und im Abendwind kühl. Handschuhe und eine Windjacke sind Pflicht.

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Alternativprogramm

Wenn der Föhn bläst oder der Regen kommt:

Bike-Arena: Emmetten hat exzellente Mountainbike-Trails (z.B. den "Woodpecker" Trail).  

Wandern: Der "Wildbeobachtungspfad" am Niederbauen ist auch zu Fuß ein Erlebnis.  

Luzern: Nur 25 Minuten entfernt bietet die Stadt Kultur, das Verkehrshaus (Museum) und Shopping.

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Fazit: Die Kunst des Niederbauens

Der Niederbauen ist ein Fluggebiet der Dualität. Er ist zugänglich genug für den ersten Höhenflug eines Schülers, aber komplex genug, um den Meister zu fordern – sei es durch die Wildschutzzonen, die Luftraumgrenzen oder die feine Klinge der Abendthermik. Es ist kein Ort für Geschwindigkeitsrekorde; es ist ein Ort für Zeitrekorde. Stundenlanges Gleiten im goldenen Licht, während unten auf dem See die Kursschiffe ihre weißen Spuren ziehen.

Die letzte Empfehlung: Kommen Sie nicht nur für einen Flug. Kommen Sie für den Abend. Seien Sie um 16:00 Uhr an der Bahn, essen Sie eine Rösti im Berggasthaus, und starten Sie um 17:30 Uhr. Wenn Sie dann, eine Stunde später, immer noch auf Startplatzhöhe "parken" und die Sonne hinter dem Pilatus verschwinden sehen, werden Sie verstehen, warum die Einheimischen diesen Berg "den blauen Spiegel" nennen.

Fly safe. Happy Landing.

Bericht erstellt von Ihrem Experten für Alpine Fluggebiete. Quellenreferenzen im Text:

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