
4 Startplatzätze, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Handbuch für den Gleitschirm-Startplatz Kronberg (Bayerischer Wald): Eine orographische, meteorologische und taktische Tiefenanalyse Präambel: Die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung
In der zeitgenössischen Landschaft der Gleitschirm-Literatur und der digitalen Geländedatenbanken herrscht oft eine Tendenz zur Simplifizierung. Komplexe aerologische Systeme werden auf wenige Pfeile in einer Karte reduziert, und nuancierte logistische Herausforderungen werden in Piktogrammen zusammengefasst. Der vorliegende Bericht bricht bewusst mit dieser Tradition. Er ist konzipiert als ein umfassendes Kompendium für den ambitionierten Piloten, der den Kronberg im Bayerischen Wald nicht nur als Abflugpunkt, sondern als komplexes fliegerisches Ökosystem begreifen möchte.
Eine kritische Vorbemerkung ist unerlässlich, um die Integrität der nachfolgenden Ausführungen zu wahren: Wer in gängigen Datenbanken – sei es beim DHV oder in internationalen Verzeichnissen – nach „Kronberg“ sucht, stößt unweigerlich auf Datensätze, die Verwirrung stiften. Oft werden Bilder einer Großkabinenbahn, Startplätze auf über 1600 Metern Höhe und eine touristische Vollerschließung suggeriert. Diese Daten beziehen sich auf den Schweizer Kronberg im Appenzell. Der hier behandelte bayerische Kronberg bei Viechtach ist das genaue Gegenteil: Ein stiller, bewaldeter Rücken, 983 Meter hoch, ohne Seilbahn, aber mit einer fliegerischen Seele, die in der Region ihresgleichen sucht. Dieser Bericht korrigiert die weit verbreiteten Missverständnisse und bietet jene Tiefe, die ein Standard-Datenblatteintrag niemals leisten kann. Wir bewegen uns hier im Terrain des „Soulflyings“, wo meteorologisches Verständnis und physische Einsatzbereitschaft die Währung sind, mit der man sich unvergessliche Flüge erkauft.
Teil I: Geographische und Orographische Grundlagen
Um die Thermikqualität am Kronberg zu verstehen, muss man den Boden betrachten, über dem wir fliegen. Der Vordere Bayerische Wald, zu dem der Kronberg orographisch zählt, ist geprägt durch das kristalline Grundgebirge, vorwiegend Gneise und Granite. Diese Gesteinsarten haben eine signifikante thermische Relevanz. Gneisböden, oft nur von einer dünnen Humusschicht bedeckt, neigen dazu, schnell abzutrocknen und Wärme effizient zu speichern. Im Gegensatz zu den kalkhaltigen, wasserdurchlässigen Böden der Nordalpen, die oft feuchte, kühle „Löcher“ bilden, fungiert der Bergrücken des Kronbergs und seiner Nachbarn (wie der Neunußberger Rücken) als effektiver Wärmekollektor.
Der Kronberg selbst erhebt sich südlich der Stadt Viechtach und bildet eine markante Erhebung im welligen Hügelland, bevor das Gelände weiter nach Osten zum Hauptkamm (Arber-Massiv) ansteigt. Seine Höhe von 983 m NN mag im alpinen Vergleich bescheiden wirken, doch ist die relative Höhendifferenz entscheidend. Das Tal des Schwarzen Regens bei Viechtach liegt auf ca. 450 m NN. Dies ergibt eine nutzbare Arbeitshöhe von über 500 Metern – mehr als genug, um thermischen Anschluss zu finden, aber wenig genug, um jeden Meter im Gleitflug taktisch klug investieren zu müssen.
Das dominante landschaftliche Merkmal, das die Aerodynamik des Fluggebietes diktiert, ist das Tal des Schwarzen Regens. Der Fluss hat sich tief in das Grundgebirge eingeschnitten und bildet bei Viechtach spektakuläre Mäander, unter anderem die Schleife um den Burgberg von Neunußberg. Diese Topographie hat drei wesentliche Konsequenzen für den Piloten:
Leitlinien-Effekt: Das Tal wirkt bei überregionalen Westwindlagen als Düse. Der Wind wird kanalisiert, was am Landeplatz im Tal zu höheren Windgeschwindigkeiten führen kann als am Startplatz, der eventuell noch in der Grenzschicht liegt.
Thermische Abrisskanten: Die steilen, oft bewaldeten Flanken, die zum Fluss hin abfallen (besonders die Südwest-Hänge unterhalb der Ruine Neunußberg), sind klassische thermische Auslöser. Der Fluss selbst wirkt an heißen Tagen als kühler Kontrastpol, was die Ablösung warmer Luftpakete an den Uferböschungen begünstigt.
Feuchteeintrag: Der Schwarze Regen und der nahegelegene Höllensteinsee sind Feuchtigkeitsquellen. Dies kann an Tagen mit hoher Labilität zu einer niedrigeren Kondenstationsbasis (Cloudbase) führen als beispielsweise im trockeneren Donautal. Piloten müssen hier mit einer Basis rechnen, die oft nur wenige hundert Meter über dem Startplatz liegt.
Teil II: Meteorologische Komplexität und Windsysteme
Der Bayerische Wald liegt exponiert gegenüber den atlantischen Tiefdruckgebieten. Die Hauptwindrichtung ist West bis Südwest. Für den Kronberg ist dies Segen und Fluch zugleich. Ein Südwestwind ist der ideale Motor für dieses Fluggebiet. Er trifft die Startschneise, die grob nach West/Südwest ausgerichtet ist, frontal oder leicht von links. Südwestliche Strömungen bringen oft labil geschichtete Luftmassen, die, wenn sie auf die aufgeheizten Hänge des Bayerischen Waldes treffen, hervorragende Thermikwerte generieren. Ein reiner Westwind ist ebenfalls gut fliegbar, kann aber, wenn er zu stark wird, im engen Regental zu Düseneffekten führen. Hier ist die Beobachtung der Windgradienten essenziell: Wenn am Startplatz (983 m) 15 km/h anstehen, können es im Tal durch Kanalisierung bereits 25 km/h sein – eine Falle für die Landung.
Ein spezifisches meteorologisches Charakteristikum des Bayerischen Waldes, das in keinem DHV-Standard-Briefing ausreichend gewürdigt wird, ist der Böhmwind. Hierbei handelt es sich um einen kalten, trockenen Fallwind aus Osten, der vom Böhmischen Massiv herabweht. Für den Kronberg bedeutet Ostwind: Absolute Startgefahr. Der Startplatz liegt bei Ostlagen im massiven Lee des Bergmassivs selbst. Während es am Startplatz vielleicht windstill erscheint oder nur leichte thermische Ablösungen aus der Schneise ziehen (die sogenannten "Lee-Bärte"), herrscht wenige hundert Meter höher oder weiter draußen im Tal eine zerrissene, turbulente Luftmasse. Ein Start bei Ostlagen, auch wenn sie schwach erscheinen, ist am Kronberg strikt zu unterlassen. Lokale Piloten erkennen den Böhmwind oft an den charakteristischen lenticularis-ähnlichen Wolkenformationen über dem Arber-Hauptrücken und einer sehr klaren, fast harten Sicht.
Im Spätsommer und Herbst neigt das Donautal und die Region um Viechtach zur Nebelbildung. Oft bildet sich eine zähe Inversionsschicht auf etwa 600-800 Metern Höhe. Dies führt zu einer faszinierenden, aber taktisch schwierigen Situation: Der Startplatz am Kronberg (983 m) liegt oft über dem Nebel in strahlendem Sonnenschein und wärmeren Temperaturen als im Tal. Der Blick reicht über ein weißes Meer ("Sea of Fog"), aus dem nur die höchsten Gipfel wie Inseln ragen.
Das Risiko: Ein Start ist verlockend, aber ohne ein sicheres Loch in der Nebeldecke zum Landen in Viechtach ist er fatal.
Die Taktik: Erfahrene Piloten warten an solchen Tagen oft bis zum Mittag. Wenn die Sonneneinstrahlung stark genug ist, beginnt der Nebel im Tal aufzubrechen („auszuschwingen“). Der ideale Startzeitpunkt ist genau dann, wenn die Sicht zum Landeplatz frei wird, aber die Inversion noch stabil genug ist, um starke Überentwicklungen zu verhindern.
Anders als viele Alpenfluggebiete, die ganzjährig beflogen werden, unterliegt der Kronberg strengen saisonalen Restriktionen, die sowohl meteorologischer als auch naturschutzrechtlicher Natur sind. Dokumente des Zellertals und der lokalen Tourismusverbände weisen explizit auf eine Nutzung "nur im Sommer" hin, konkretisiert oft auf den Zeitraum 01. April bis 30. September. Diese Einschränkung ist primär dem Wildschutz geschuldet. Der Bayerische Wald ist Rückzugsgebiet für störungsempfindliche Arten wie das Auerwild. Im Winter und Frühjahr (Balzzeit) ist absolute Ruhe in den Hochlagen gefordert. Ein Verstoß gegen diese Zeiten gefährdet nicht nur den individuellen Flugschein, sondern den Fortbestand des gesamten Fluggeländes. Der "DGC Bayerwald" überwacht diese Regelungen strikt. Fliegerisch korreliert dies gut mit den Bedingungen: Im Winter sind die Zufahrtswege oft durch Schnee unpassierbar (kein Winterdienst zur Hütte), und die flachen Sonnenwinkel lassen die Westflanken kaum thermisch aktiv werden.
Teil III: Logistik und "Hike & Fly" – Der Weg zum Start
Der Kronberg selektiert sein Publikum bereits vor dem Start. Es ist kein Gelände für den "Drive-In"-Piloten, der mit Flipflops aus der Bahn steigen will. Es ist ein Berg für Wanderer.
Die Logistik beginnt im Tal. Da der offizielle Landeplatz oft variabel ist (dazu später mehr), empfiehlt sich eine strategische Positionierung des Fahrzeugs.
Viechtach Stadt (P6): In offiziellen Freizeitführern wird der Parkplatz P6 in Viechtach als Referenzpunkt genannt. Er eignet sich gut als Treffpunkt für Fahrgemeinschaften oder wenn man plant, direkt in Stadtnähe zu landen (was jedoch aufgrund der Bebauung anspruchsvoll ist).
Wanderparkplätze am Bergfuß: Für den Aufstieg bieten sich die Weiler Pirka oder Wiesing an.
Wiesing: Von hier führt der direkteste Weg zur Hütte. Beim Feuerwehrhaus Wiesing gibt es begrenzte Parkmöglichkeiten. Es ist essenziell, hier Fingerspitzengefühl zu beweisen: Parken Sie niemals landwirtschaftliche Zufahrten zu und fragen Sie im Zweifel Anwohner. Ein freundliches "Grias Eana" und die Erklärung des Vorhabens öffnen im Bayerischen Wald oft Türen (und Parkplätze).
Pirka: Startpunkt für den Wanderweg "RW 2", der über den Kronberg führt.
Der Aufstieg ist Teil des Erlebnisses und dient dem mentalen "Ankommen" am Berg.
Die "Diretissima" ab Wiesing: Diese Route folgt weitgehend der Versorgungsstraße zur Kronberghütte.
Charakter: Technisch einfach, teils asphaltiert, teils Schotter. Auch mit schwererem Gurtzeug (15kg+) gut machbar.
Dauer: Ca. 30–45 Minuten bei zügigem Gehen.
Landschaft: Der Weg führt durch dichten Mischwald, der im Sommer angenehmen Schatten spendet.
Der "Panoramaweg" über Neunußberg: Wer mehr Zeit hat, sollte die Route über die Burgruine Neunußberg wählen.
Highlight: Die Ruine bietet einen 360°-Rundumblick. Dies ist der perfekte Ort für einen letzten Wettercheck. Man kann die Windfahnen im Tal beobachten, die Kräuselung auf dem Schwarzen Regen analysieren und die Wolkenentwicklung über dem Arber beurteilen, bevor man sich in den Wald zum Startplatz begibt, wo die Sicht eingeschränkter ist.
Es gibt keinen kommerziellen Shuttle. Die Auffahrt zur Hütte ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt (Forststraße).
Ausnahmegenehmigungen: Mitglieder des DGC Bayerwald oder Inhaber einer speziellen Auffahrtsgenehmigung (oft gegen Gebühr/Pfand für den Schrankenschlüssel bei der Hütte oder dem Verein erhältlich) dürfen fahren.
Der "Daumen-Shuttle": An guten Flugtagen (Wochenende, Westwind) trifft man oft Vereinsmitglieder am Landeplatz oder Parkplatz P6. Die Fliegergemeinschaft im Bayerischen Wald ist solidarisch – wer fragt, wird meist mitgenommen.
Bustransfers: Der Landkreis Regen und das Zellertal verfügen über ein Bussystem (Wanderbusse), das jedoch selten direkt auf die Bedürfnisse von Piloten (späte Rückkehr, schweres Gepäck) zugeschnitten ist. Die "Waldbahn" verbindet Viechtach mit dem Umland, ist aber für den direkten Weg zum Startplatz (Wiesing) nur bedingt nützlich.
Teil IV: Der Startplatz – Charakteristik und Technik
Der Startplatz am Kronberg, unweit der Hütte gelegen, ist eine klassische Waldschneise. Dies unterscheidet ihn fundamental von alpinen Wiesenstarts.
Kanalisierung: Der Wind wird durch die flankierenden Bäume kanalisiert. Dies hat den Vorteil, dass der Wind oft laminarer und gerichteter auf den Schirm trifft als im freien Gelände. Der Nachteil: Bei Seitenwindkomponente entstehen an den Rändern der Schneise Turbulenzen (Leewalzen der Bäume).
Platzangebot: Die Fläche ist begrenzt. Oft können nur 1-2 Schirme gleichzeitig ausgelegt werden. Dies erfordert Disziplin. Startvorbereitungen (Gurtzeug anlegen, Leinen checken) sollten vor dem Betreten der eigentlichen Startfläche im Rückraum ("Vorbereitungsraum") abgeschlossen sein. Blockieren Sie den Startplatz nicht für 20 Minuten Sortierarbeit – das erzeugt Unmut bei den wartenden lokalen Piloten.
Der Untergrund ist ein Gemisch aus Waldboden, Wurzelwerk und Grasbüscheln.
Der Startlauf: Ein aggressiver, entschlossener Startlauf ist Pflicht. Aufgrund der flacheren Neigung im oberen Bereich und der windschützenden Bäume im Rückraum greift der Wind oft erst richtig, wenn der Schirm bereits über dem Piloten steht. Ein "Hängenlassen" des Schirms oder Zögern führt unweigerlich zum Abbruch – und der endet am Kronberg oft in jungen Fichten oder Brombeerhecken am Ende der Schneise.
Abbruch-Entscheidung: Definieren Sie vor dem Anlaufen einen klaren "Point of no Return". Wenn der Schirm bis zu einer bestimmten Markierung (z.B. ein markanter Baumstumpf) nicht trägt und sauber steht: Abbruch! Ein Startabbruch im Waldgelände ist keine Schande, ein Baumlandung in 20 Metern Höhe hingegen ein teures und gefährliches Unterfangen.
Teil V: Flugtaktik und XC-Potenzial (Cross Country)
Nach dem Abheben gilt es, schnell Höhe zu gewinnen. Das "Absaufen" ist am Kronberg schmerzhaft, da der Landeplatz weit unten liegt und ein erneuter Aufstieg mühsam ist.
Der "Hausbart": Die thermische Quelle Nr. 1 befindet sich oft leicht rechts (nördlich) vom Startplatz, über den abfallenden Kanten Richtung Neunußberg. Hier heizt die Nachmittagssonne den Wald und die Felsdurchsetzten Hänge auf.
Soaring-Falle: Vorsicht beim Soaren zu nah an der Hangkante. Die Bäume im Bayerischen Wald sind hoch (Fichten oft 30m+). Der Windgradient ist stark ausgeprägt. Wer zu tief in die Baumwipfelhöhe sinkt, gerät in turbulente Luft und verliert schlagartig Auftrieb. Halten Sie stets einen Sicherheitsabstand, der größer ist als im baumfreien Gelände.
Der Kronberg dient ambitionierten Streckenfliegern als Sprungbrett in das Herz des Bayerischen Waldes.
Ziel: Der Große Arber (1456 m), der höchste Berg des Bayerwaldes.
Route: Nach dem Überhöhen des Kronbergs (idealerweise auf 1600m+) quert man das Tal Richtung Norden zum Kaitersberg-Massiv. Diese Talquerung ist der kritische Moment ("Crux"). Schafft man den Anschluss am Kaitersberg, eröffnet sich eine "Rennstrecke" entlang der Grate zum Arber und weiter zum Osser.
Luftraum: Der Luftraum ist hier vergleichsweise entspannt, aber die Nähe zur tschechischen Grenze (ADIZ beachten, Ausweispflicht!) ist relevant. Ein Überflug nach Tschechien ist möglich, erfordert aber Kenntnis der dortigen Luftraumstruktur.
Alternativ kann man sich nach Südosten orientieren. Entlang der Hügelketten geht es Richtung St. Englmar und zum Pröller (1048 m). Diese Route ist oft thermisch etwas schwächer, aber landschaftlich reizvoll. Sie folgt dem Verlauf des Vorderen Bayerischen Waldes.
Teil VI: Landung und Rückhol-Logistik
Es gibt am Kronberg keinen riesigen, windsack-beflaggten Standard-Landeplatz wie in Kössen. Die Landung erfordert Improvisationstalent und gute Vorbereitung.
Inoffizielle Duldung: Oft wird auf Wiesen im Bereich Sägmühle oder unterhalb von Neunußberg gelandet.
Der "Wiesen-Knigge": Da es sich um Futterwiesen lokaler Landwirte handelt, gilt das ungeschriebene Gesetz: Lande niemals im hohen Gras. Wenn die Wiese steht (kurz vor der Mahd), ist sie tabu. Suchen Sie sich abgemähte Flächen oder Randstreifen. Falten Sie den Schirm nicht mitten auf der Wiese, sondern tragen Sie ihn (gerafft) sofort an den Wegrand oder in eine unkritische Zone. Ein einziger Pilot, der sein Equipment im hüfthohen Gras ausbreitet, kann zur Sperrung des Geländes für alle führen.
Besichtigung: Es ist absolut notwendig, vor dem Aufstieg den potenziellen Landeplatz abzugehen. Prüfen Sie Hindernisse (Weidezäune, Gräben), die aus der Luft im hohen Bewuchs unsichtbar sind.
Talwind: Wie erwähnt, kann der Wind im Tal kanalisiert sein. Rechnen Sie mit deutlich anderen Windrichtungen als am Gipfel. Achten Sie auf Rauchfahnen von Häusern in Viechtach oder die Wasseroberfläche des Regens.
Stromleitungen: Das Tal um Viechtach ist von Mittelspannungsleitungen durchzogen. Diese sind vor dem dunklen Waldhintergrund oft extrem schwer zu erkennen. Memorieren Sie deren Verlauf bei der Bodenbesichtigung.
Der Fluss: Eine Landung im Schwarzen Regen ist lebensgefährlich. Die Strömung ist nicht zu unterschätzen, und das kalte Wasser führt in Verbindung mit Leinenverhau schnell zu Panik. Planen Sie Ihren Endanflug so, dass Sie immer eine trockene Alternative haben, selbst wenn Sie starkes Sinken erwischen.
Teil VII: Community und Vereinsstruktur
Das Fluggebiet wird primär durch den Drachen- und Gleitschirmclub Bayerwald (DGC Bayerwald) geprägt.
Gastfreundschaft: Gäste sind willkommen, solange sie sich an die Regeln halten. Es gibt oft eine Tagesmitgliedschafts-Regelung oder eine "Landegebühr" in Form einer Spende für den Pachtaufwand. Kontaktieren Sie den Verein vorab über deren Website (www.dgcb.de) oder das "Flugzentrum Bayerwald" , um den aktuellen Status zu erfragen.
Schulung: Das Gelände wird gelegentlich auch von Flugschulen genutzt. Flugschüler haben am Startplatz immer Vorrang – eine Frage der Ehre und Sicherheit.
Veranstaltungen: Der DGC organisiert Treffen und Feste (z.B. am Hochzellberg oder Hausstein), bei denen man schnell Anschluss findet. Der Kronberg ist oft der "Geheimtipp" für die After-Work-Flüge der Locals.
Teil VIII: Alternativen und "Nicht-Flug-Tage"
Sollte der Wind am Kronberg nicht passen (z.B. Nordwind oder starker Ostwind), bietet der Bayerische Wald exzellente Ausweichmöglichkeiten:
Hausstein: Ideal bei West bis Nordwest, sehr einfach zu erreichen, großer Landeplatz.
Hoher Bogen: Ein Klassiker bei Nordwind, mit Sesselbahn-Auffahrt (Vorsicht: Mittagspause der Bahn beachten!).
Hochzellberg: Der "Hausberg" vieler Bodenmaiser Piloten.
Für die Familie oder den "Parawaiting"-Tag bietet die Region Viechtach:
Höllensteinsee: Bootstouren und Wanderungen am Wasser.
Burg Neunußberg: Kulturelles Highlight mit Festspielen im Sommer.
Wanderung "Großer Pfahl": Ein geologisches Naturdenkmal (Quarzriff) direkt bei Viechtach – weltweit einzigartig und sehr sehenswert.
Zusammenfassung
Der Kronberg ist ein Juwel für Piloten, die das Ursprüngliche suchen. Er verlangt Auseinandersetzung – mit dem Wetter, mit dem Weg, mit der Natur. Er schenkt im Gegenzug Flüge von einer Ruhe und Schönheit, die in den überlaufenen "Gleitschirm-Stadien" der Alpen selten geworden sind. Wer den Kronberg fliegt, fliegt nicht nur an einem Berg, sondern mit der Landschaft des Bayerischen Waldes.
Bitte beachten Sie: Dieser Guide basiert auf dem Stand der Recherchen von Februar 2026. Vorschriften, Pachtverhältnisse und Vegetationszustände ändern sich. Der erste Weg sollte immer zur Infotafel am Startplatz oder zum lokalen Verein führen.
Hals- und Beinbruch & Always Happy Landings!