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Ascheloh-Hermannsweg

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:52.0508°N, 8.4098°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Ascheloh-Hermannsweg Startplatz

Start
Höhe290m ü. M.
Koord.52.0508, 8.4098
WindWSW
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Ascheloh-Hermannsweg Landeplatz

Landung
Höhe200m ü. M.
Koord.52.0471, 8.4049
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der ultimative Piloten-Guide für Ascheloh-Hermannsweg: Eine fliegerische Monografie des Teutoburger Waldes

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Einleitung: Die Philosophie des Schneisenstarts

Wer den Startplatz Ascheloh-Hermannsweg zum ersten Mal betritt, spürt sofort, dass dies kein gewöhnliches Fluggelände ist. Es ist kein alpiner Wiesenstartplatz, der Fehler verzeiht und mit einer Bergbahn erschlossen ist. Ascheloh ist rau, ehrlich und fordert dem Piloten Respekt ab, noch bevor der Schirm ausgelegt ist. Gelegen auf dem Kamm des Teutoburger Waldes, einer der markantesten Mittelgebirgsformationen Norddeutschlands, repräsentiert dieser Ort die Essenz des Flachland- und Mittelgebirgsfliegens: den Kampf um jeden Meter Höhe, das präzise Lesen mikrometeorologischer Gegebenheiten und die tiefe Verbundenheit mit der Natur.  

Für den Gleitschirmpiloten aus Nordrhein-Westfalen ist Ascheloh mehr als nur ein lokaler Hügel; es ist eine Institution. Hier, wo der Wind der Norddeutschen Tiefebene auf die erste ernsthafte orografische Barriere trifft, entstehen Bedingungen, die stundenlanges Soaren und thermische Einstiege ermöglichen – vorausgesetzt, man beherrscht das Handwerk. Der vom Gleitschirmclub Teutoburger Wald e.V. (GSC-Teuto) betriebene Platz ist ein Zeugnis für das Engagement einer Gemeinschaft, die mit hohem Arbeitseinsatz eine Schneise in den Wald geschlagen hat, um den Traum vom Fliegen auch fernab der Alpen zu realisieren. Doch dieser Traum ist an Bedingungen geknüpft. Die technische Anspruchsvollheit des "Schneisenstarts" (Start aus einer Waldschneise) wirkt als natürlicher Filter. Sie separiert die Gelegenheitsflieger von jenen, die bereit sind, sich intensiv mit Gelände-Aerodynamik und Starttechnik auseinanderzusetzen.  

Dieser Bericht dient nicht nur als Informationsquelle, sondern als umfassendes Kompendium für den ambitionierten Piloten. Er geht weit über die knappen Datenblätter des DHV hinaus und analysiert die atmosphärischen Strömungen in der Schneise, die Taktik für den prestigeträchtigen Streckenflug zur Hünenburg und die logistischen Feinheiten, die einen Flugtag in Ascheloh zum Erfolg machen.

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Geologische und Meteorologische Grundlagen

Um Ascheloh zu meistern, muss man zunächst die Bühne verstehen, auf der man sich bewegt. Der Teutoburger Wald ist kein massives Gebirge, sondern ein schmaler, langgestreckter Gebirgszug (ein Kammgebirge), der wie ein Rückgrat durch die Landschaft verläuft. Diese Topografie hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Aerodynamik.

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Die Topografie des Kammes

Der Startplatz liegt auf ca. 290 Metern über Normalnull (NN), während der Landeplatz im Tal auf etwa 200 Metern liegt. Die Höhendifferenz von knapp 90 bis 100 Metern mag auf dem Papier gering erscheinen, doch die Effizienz dieses Geländes resultiert nicht aus der absoluten Höhe, sondern aus der Exposition. Die Ridge (der Grat) stellt sich den vorherrschenden Westwinden fast senkrecht entgegen. Im Gegensatz zu den Alpen, wo thermische Systeme oft dominieren, ist Ascheloh primär ein dynamisches Fluggebiet, das von der Umlenkung des horizontalen Windes in die Vertikale lebt.  

Kompressionszone: Da der Grat relativ niedrig ist, wird das "Aufwindband" vertikal komprimiert. Der nutzbare Bereich für den dynamischen Aufwind ist schmal und liegt eng am Relief an. Dies erfordert vom Piloten eine hohe Disziplin im Positionsflug ("Crabbing"), um nicht hinter die Kante in das Lee geblasen zu werden oder nach vorne aus dem Hebebereich herauszufallen.

Künstliche Geometrie: Der Startplatz selbst ist eine künstlich geschaffene Unterbrechung im dichten Baumbestand. Diese Schneise fungiert aerodynamisch als Düse. Wenn der Wind in diese Verengung gepresst wird, beschleunigt er sich (Venturi-Effekt), was den Startlauf verkürzen kann, aber auch die Fehleranfälligkeit erhöht.

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Mikrometeorologie: Das WSW-Diktat

Die vielleicht wichtigste Regel für Ascheloh, die in den Vereinsstatuten und Geländeordnungen immer wieder betont wird, lautet: West-Süd-West (WSW) ist Gesetz. Abweichungen von dieser Windrichtung sind hier nicht nur "suboptimal", sondern potenziell lebensgefährlich. Die Analyse der lokalen Strömungsmuster erklärt, warum der Toleranzbereich so eng ist.  

Das trügerische Süd-Süd-West-Problem (SSW)

Die größte Gefahr für Gastpiloten und Unerfahrene geht von Süd- bis Süd-Süd-West-Winden aus.

Die Täuschung: Wenn man in der Waldschneise steht, wird der Wind durch die flankierenden Bäume kanalisiert. Ein Wind, der eigentlich schräg von links (Süden) kommt, wird durch die Schneisenform so umgelenkt, dass er scheinbar frontal von vorne (Westen) auf den Piloten trifft. Der Pilot fühlt einen perfekten Startwind.

Die Scherung (Shear Layer): Sobald der Pilot abhebt und die schützende Höhe der Baumwipfel (ca. 10-15 Meter über Grund) verlässt, endet der Kanalisierungseffekt abrupt. Der Schirm trifft nun auf den wahren, ungehinderten Wind aus SSW. Da der Pilot relativ zur Schneise ausgerichtet ist, trifft ihn der Wind nun massiv von der Seite.

Die Turbulenz: Schlimmer als der Seitenwindkomponente ist die mechanische Turbulenz. Die südliche Baumreihe wirkt bei SSW-Wind als Hindernis. Der Wind strömt über diese Bäume und bildet dahinter – genau in der Startschneise oberhalb des Bodens – rotierende Luftwalzen (Rotoren). Ein Pilot, der in diese Zone steigt, riskiert massive Klapper in niedriger Höhe, genau im Moment des Übergangs vom Boden in den freien Flug.  

Nord-Komponenten (N-NW)

Winde aus nördlichen Richtungen (N-NW) sind weniger trügerisch, aber ebenso problematisch. Sie erzeugen Leewirkungen an der nördlichen Flanke der Schneise. Zwar erleichtern sie später im Flug den Weg zum "Haus Ascheloh" (siehe Abschnitt XC), machen aber den Start zu einem Lotteriespiel.

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Logistik und Anreise: Der Hermannsweg als Filter

Ein wesentliches Merkmal von Ascheloh ist die fehlende Zufahrt zum Startplatz. Dies ist kein Bug, sondern ein Feature, das die Besucherströme reguliert und sicherstellt, dass nur körperlich fitte Piloten am Start stehen.

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Parken und Zugang

Das Befahren der Waldwege ist strengstens untersagt. Piloten müssen ihre Fahrzeuge im Tal abstellen. Die gängigste Option sind die Wanderparkplätze entlang des Ascheloher Weges oder in der Nähe des Landeplatzes bei der Flugschule Bielefeld.  

GPS-Koordinaten Landeplatz/Treffpunkt: N 52°02'49.73" E 8°24'17.58".  

Wanderparkplätze: Es empfiehlt sich, die offiziellen Wanderparkplätze in Halle (Westf.) oder Werther zu nutzen und Fahrgemeinschaften zu bilden, um die begrenzte Parkfläche am Landeplatz nicht zu überlasten.

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Der Aufstieg: Hike & Fly

Der Weg zum Startplatz führt über den Hermannsweg, einen der "Top Trails of Germany". Dieser historische Kammweg verläuft über 156 km von Rheine bis zum Velmerstot.  

Die Route: Vom Tal aus folgt man den Zubringerwegen (oft markiert mit einem weißen "H" auf schwarzem Grund oder spezifischen Zugangsweg-Markierungen) hinauf zum Kamm. Der Aufstieg dauert je nach Kondition und Gepäckgewicht zwischen 20 und 35 Minuten.  

Physische Komponente: Der Aufstieg bewältigt knapp 100-130 Höhenmeter. Für Piloten mit schweren Gurtzeugen (20kg+) ist dies ein ernstzunehmendes Warm-up. Es wird dringend empfohlen, Teleskopstöcke zu verwenden, um die Knie zu schonen und die Trittsicherheit auf den oft wurzeligen oder matschigen Pfaden zu gewährleisten.

Etikette: Da der Hermannsweg ein stark frequentierter Wanderweg ist, sind Gleitschirmflieger hier Botschafter ihres Sports. Freundlichkeit gegenüber Wanderern, das Gewähren von Vorrang auf schmalen Pfaden und die geduldige Beantwortung von Fragen ("Springen Sie da runter?") sind essenziell, um das fragile Gleichgewicht zwischen Naturschutz, Tourismus und Flugsport zu wahren.

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Der Start: Die Kunst der Schneise

Der Startplatz auf 290m NN ist das Nadelöhr des Fluggebietes. Die Bezeichnung "Startplatz" ist fast euphemistisch; es handelt sich um eine präzise in den Wald geschnittene Rampe.

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Startvorbereitung und Layout

Der Untergrund besteht aus Waldboden, durchsetzt mit Wurzeln und niedrigem Bewuchs. Dies stellt besondere Anforderungen an das Auslegen des Schirms.

Materialschonung: Der Boden ist rau. Piloten sollten darauf achten, ihre Leinen nicht an Wurzeln oder kleinen Stümpfen zu verhaken. Ein verhedderter Startlauf kann in der engen Schneise fatal enden.

Auslegetechnik: Aufgrund der begrenzten Breite der Schneise bevorzugen erfahrene Piloten oft eine schmale Auslegung ("Cobra-Vorbereitung" oder "Rosette"), um den Schirm erst im Moment des Aufziehens vollständig zu entfalten. Dies minimiert das Risiko, dass die Flügelenden in das Unterholz ragen.

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Die Startphasen in der Schneise

Der Startvorgang lässt sich in drei kritische Phasen unterteilen, die durch die Aerodynamik der Schneise diktiert werden:

Der Impuls (Die geschützte Zone): Am Boden in der Schneise ist der Wind oft schwächer als oben, da die Bodenreibung und die Bäume bremsen. Der Pilot muss einen energischen Impuls setzen, um den Schirm sauber steigen zu lassen. Ein zögerliches Anlaufen führt oft dazu, dass der Schirm auf halber Höhe "verhungert".

Der Durchstich (Die Scherung): Wenn der Schirm steigt, durchbricht er die Grenze zwischen der beruhigten Luft in der Schneise und dem freien Wind darüber.

Gefahr: Hier droht das "Überschießen". Der Schirm trifft auf den stärkeren Wind, beschleunigt und kann den Piloten überholen (Frontklapper), wenn er nicht angebremst wird.

Gefahr: Gleichzeitig darf nicht zu stark angebremst werden, da der Pilot sonst vom Boden abgehoben und nach hinten in die Schneise gependelt wird ("Sackflug-Tendenz").

Die Beschleunigung (Der Venturi): Ist der Schirm oben, muss der Pilot sofort Geschwindigkeit aufnehmen. Die Schneise verengt sich oft optisch und aerodynamisch. Ein konsequenter Kontrollblick und dann ein aggressiver Lauf sind nötig, um sicher über die Baumkanten und in das freie Aufwindband zu gelangen.

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Der "Point of No Return"

Es gibt am Startplatz Ascheloh eine imaginäre, aber überlebenswichtige Linie: die Abbruchkante. Wenn der Schirm bis zu diesem Punkt nicht absolut sauber steht, keine Leinen verhängt sind und der Kappendruck stimmt, muss der Start abgebrochen werden. Ein "Herauswurschteln" ist hier unmöglich. Wer schlecht startet, landet in den Bäumen unterhalb des Starts. Baumrettungen sind in diesem steilen, unwegsamen Gelände extrem aufwendig, gefährlich und teuer.

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Im Flug: Dynamik, Thermik und Taktik

Einmal in der Luft, bietet Ascheloh ein Flugerlebnis, das für Flachlandpiloten einzigartig ist. Die Kombination aus Hangwind und thermischen Ablösungen erfordert ständige Aufmerksamkeit.

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Soaring-Strategien

Das primäre Aufwindband ist schmal.

Positionierung: Die beste Steigrate findet sich oft direkt vor der Hangkante, knapp über Baumwipfelhöhe. Dies ist die Zone maximaler Windumlenkung.

Verkehrsregeln: An guten Tagen kann es voll werden. Die Ausweichregeln (Hang rechts vor links) müssen strikt eingehalten werden. Wegen der Enge des Aufwindbandes fliegen Piloten oft "versetzt" – einer tief und schnell, einer hoch und langsam – um Konflikte zu vermeiden.

Die Wende: Wenden sollten immer vom Hang weg geflogen werden. Eine Wende zum Hang hin ("in den Sack fliegen") endet bei nachlassendem Wind oft in den Bäumen.

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Thermikquellen: Der "Hausbart"

Ascheloh hat, wie jedes gute Fluggebiet, seine zuverlässigen Thermikquellen, die sogenannten "Hausbärte".  

Der Schneisen-Trigger: Paradoxerweise fungiert oft die Startschneise selbst als Auslöser (Trigger). Die Sonne erwärmt den (oft dunkleren oder kahlen) Boden der Schneise und des darunterliegenden Hanges. Diese Warmluftblase löst sich ab und zieht die Schneise hinauf.

Der "Knick": Jede geometrische Unregelmäßigkeit im Gratverlauf oder Wechsel in der Vegetation (Nadel- zu Laubwald) kann als Abrisskante für Thermik dienen.

Lee-Thermik: Erfahrene Piloten wissen, dass sich Thermik oft im Lee von Vorsprüngen sammelt. Doch in Ascheloh ist die Jagd nach Lee-Thermik ein Spiel mit dem Feuer. Die Nähe zum Wald lässt kaum Raum, um Klapper, die beim Einfliegen in die Thermik entstehen, sicher auszuleiten.

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Die "Königsdisziplin": Der Hünenburg-Run

Für ambitionierte Streckenflieger (XC) ist der Flug zum Fernsehturm Hünenburg und zurück die ultimative lokale Herausforderung. Dieser Flug ist eng verknüpft mit dem Hünenburg-Wanderpokal, der 1991 von Detlef Kirchhoff gestiftet wurde.  

Die Route: Vom Startplatz Ascheloh geht es in südöstlicher Richtung (SO) entlang des Teutoburger Waldes bis zum markanten Fernsehturm bei Bielefeld-Hünenburg.

Die Taktik: Der Hinweg (nach SO) erfolgt bei WSW-Wind oft mit einer leichten Rückenwindkomponente ("Downwind-Dash"). Das Problem ist der Rückweg.

Die Falle: Auf dem Rückweg kämpft der Pilot gegen den Wind. Da der Grat nicht durchgehend perfekt angeströmt ist und Lücken aufweist ("Gaps"), reicht reines Soaren oft nicht aus, um gegen den Wind voranzukommen. Man "verhungert" am Hang oder säuft in den Lücken ab.

Der Schlüssel: Rolf Igelmann bewies am 10. Juni 2022, dass dieser Flug möglich ist, indem er den Pokal erstmals nach über 30 Jahren "bewegte". Der Schlüssel liegt darin, auf dem Hinweg in starken Thermiken genug Höhe zu tanken ("Cloudbase is Safety"), um die Lücken auf dem Rückweg im Gleitflug zu überbrücken, ohne auf den unzuverlässigen Hangaufwind angewiesen zu sein.

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Die Landung: Präzision am Übungshang

Die Landung erfolgt am Ascheloh Übungshang, der von der Flugschule Bielefeld (Leitung: Götz Vogel) betrieben wird. Dies ist kein riesiges Landefeld, sondern eine geneigte Wiese am Fuße des Hanges.

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Landetechnik am Hang

Eine Landung auf einer schiefen Ebene (Hanglandung) unterscheidet sich fundamental von der Landung im Flachen.

Der Anflug: Der Boden kommt dem Piloten entgegen. Das Zeitfenster für das Ausflairen ist extrem kurz. Flaart man zu spät, schlägt man hart ein. Flaart man zu früh und zu hoch, fällt man aus mehreren Metern Höhe auf den Hang.

Flugrichtung: Es wird grundsätzlich gegen den Wind gelandet, was meistens bedeutet: hangaufwärts. Dies reduziert die Grundgeschwindigkeit drastisch und ermöglicht oft sehr sanfte "Stehlandungen", wenn das Timing stimmt.

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Die Lee-Falle am Landeplatz

Auch der Landeplatz hat seine Tücken. Am nördlichen Eck des Übungshanges befindet sich eine Baumgruppe, die bei WSW-Wind ein ausgeprägtes Lee erzeugt.  

Das Phänomen: Der Wind strömt um und über diese Baumgruppe und verwirbelt dahinter. Diese Turbulenzzone reicht oft weit in den Landebereich hinein.

Gegenmaßnahme: Piloten sollten dieses Eck weiträumig meiden ("Die Bäume im Zweifel immer unterhalb umfliegen!"). Die sicherste Landezone befindet sich oft im oberen Drittel der Wiese, fernab der Lee-Wirbel, wo der Wind laminarer ansteht.  

Hilfsmittel: Ein oft übersehener, aber wertvoller Tipp der Locals: Stellen Sie beim Aufstieg eine kleine Windfahne oder einen Streamer am Landeplatz auf. Die Windrichtung im Tal kann durch thermisches Ansaugen oder Talwindsysteme von der Richtung am Startplatz abweichen. Ein Blick nach unten vor dem Start oder während des Fluges gibt Sicherheit.

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Interaktion mit der Flugschule

Der Landeplatz ist primäres Schulungsgelände.

Vorrang: Flugschüler im Ausbildungsbetrieb haben absoluten Vorrang. Sie stehen oft unter Funkanweisung und haben begrenzte Kapazitäten für Ausweichmanöver.

Abstimmung: Freizeitpiloten müssen ihren Landeanflug so planen, dass sie den Schulungsbetrieb nicht stören. Dies kann bedeuten, "Parkpositionen" in der Luft zu halten (Achten fliegen abseits der Schulungszone), bis der Luftraum über dem Landeplatz frei ist. Konflikte mit der Flugschule gefährden die Zulassung des gesamten Geländes.

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Sicherheit, Regeln und Vereinsleben

Das Fluggebiet Ascheloh existiert in einem sensiblen Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Eigentumsrechten und Luftsport.

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Formale Voraussetzungen

Lizenz: Obwohl das Gelände laut DHV-Datenbank auch für A-Schein-Piloten zugelassen ist, wird es von lokalen Experten als "schwierig" (Mittel/Schwer) eingestuft. Anfänger sollten hier keinesfalls ohne Aufsicht oder intensive Einweisung fliegen.  

Einweisungspflicht: Eine Einweisung durch ein geländekundiges Mitglied des GSC-Teuto ist zwingend vorgeschrieben. Diese Einweisung ist keine Bürokratie, sondern ein Sicherheitsbriefing, das Leben retten kann. Sie umfasst die Turbulenzzonen, die Notlandemöglichkeiten und die Naturschutzzonen.  

Gastflugregelung: Gäste sind willkommen, unterliegen aber strengen Regeln:

Tagesgebühr: Es ist eine Tagesgebühr zu entrichten (Details siehe Preisaushang vor Ort oder Website, oft ca. 5-8 €).

Anwesenheit: Oft gilt die Regel, dass Gäste nur starten dürfen, wenn ein Vereinsmitglied anwesend ist, um die Aufsicht zu gewährleisten ("Flugleiter"-Funktion).

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Naturschutz

Der Teutoburger Wald ist Lebensraum.

Baumlandungen vermeiden: Baumlandungen sind nicht nur gefährlich, sondern führen zu massiven Schäden am Bestand und Störungen der Fauna bei der Bergung.

Wildschutz: In der Dämmerung (Morgens/Abends) kommen Wildtiere auf die Lichtungen. Tiefflüge über Äsungsflächen sind zu vermeiden.

Jagd: Ein gutes Verhältnis zu den Jagdpächtern ist essenziell. Flugbetrieb in der tiefen Dämmerung wird von Jägern kritisch gesehen.

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Luftraumstruktur

Nordrhein-Westfalen hat einen dichten Luftraum.

Nähe zu Kontrollzonen: Ascheloh liegt in relativer Nähe zu den Lufträumen von Gütersloh (Militär/Zivil gemischt) und Bielefeld (EDLI). Zwar gibt es im Text keine expliziten Höhenbeschränkungen (AMSL/FL) für den direkten Startplatzbereich, aber Piloten sind verpflichtet, eine aktuelle ICAO-Karte (Münster/Osnabrück Sektor) zu konsultieren.

Verantwortung: Da Luftraumverletzungen heute per GPS-Track (z.B. OGN, Fanet) lückenlos nachweisbar sind, gefährdet jeder Verstoß den Bestand des Fluggeländes.

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Infrastruktur und Aprés-Fly

Nach dem Flug ist vor dem Flug. Die Region Halle/Werther bietet eine hervorragende Infrastruktur für den Ausklang eines Flugtages.

Kulinarik: Ein Ritual unter den Piloten ist der "Landedöner" – ein gemeinsamer Imbiss nach erfolgreichem Flugtag. Wer es gediegener mag, findet im "Landgasthof Pappelkrug" (bekannt für Dry Aged Steaks) oder im "Hotel Rehkitz" traditionelle westfälische Gastfreundschaft. Diese Orte dienen oft als inoffizielle Clubheime für das Debriefing ("Hangar Talk").  

Wetterstation: Der Verein nutzt moderne Technik zur Flugvorbereitung. Eine HolFuy-Wetterstation (ID 1506) liefert Live-Daten vom Startplatz.  

Tipp: Checken Sie die Böen (Gusts) auf HolFuy. Wenn die Böenwerte 25 km/h überschreiten, sparen Sie sich den Aufstieg. Die Schneise verstärkt Böen, und ein Start wird dann unkalkulierbar.

Alternativen: Wenn der Wind nicht passt (z.B. Südost), weichen Piloten oft auf andere Gelände aus, wie z.B. Schnat (schwierig, SO-Ausrichtung) oder nutzen die Schleppgelände in Häger, Vinsebeck oder Oerlinghausen.

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Fazit

Ascheloh-Hermannsweg ist eine fliegerische Perle im Norden. Es ist kein Platz für den schnellen Konsum. Er fordert Auseinandersetzung – mit dem Wetter, mit dem Gelände und mit den eigenen Fähigkeiten. Wer bereit ist, den Hermannsweg zu erklimmen, den Wind präzise zu analysieren und diszipliniert zu starten, wird mit Flügen belohnt, die an Intensität und landschaftlicher Schönheit im Flachland ihresgleichen suchen. Der Flug über den Kamm des "Teuto", mit Blick in das Münsterland auf der einen und das Ravensberger Hügelland auf der anderen Seite, ist jede Schweißperle des Aufstiegs wert.

Anhang: Daten-Schnellübersicht Parameter Wert / Detail Name Ascheloh-Hermannsweg Halter GSC-Teuto e.V. Koordinaten (Start) N 52°03'02.70" E 8°24'35.40" Koordinaten (Landung) N 52°02'49.73" E 8°24'17.58" Startrichtung WSW (Exakt) Startart Schneisenstart (Waldschneise) Höhendifferenz ca. 90m (effektive Arbeitshöhe oft höher) Zugang Nur zu Fuß (Hermannsweg, 20-30 min) Gefahren SSW-Scherung, Lee am Landeplatz, Baumlandung Gastregelung Tageskarte, Einweisung & Aufsicht PFLICHT Wetterstation HolFuy ID 1506 Export to Sheets

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